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Am Zusammenfluss von Loisach (dunkel) und Isar (hell) im bayerischen Alpenvorland: Beide Flüsse sind nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.

Hochwasser mit Farbe

Von Angelika Jung-Hüttl

Aktuell | September 2017

So ähnlich muss es im brasilianischen Urwald ausschauen - an der berühmten Stelle, wo der dunkle Rio Negro in den hellen Amazonas fließt! Das war unser erster Gedanke, als wir gestern mit einem Helikopter in der Luft über der Pupplinger Au im Süden von München unterwegs waren - einem jetzt im Spätsommer noch üppig grünem Auwaldgebiet, etwa 2 Kilometer breit und 7 Kilometer lang. Dort treffen sich die beiden Gebirgsflüsse Isar und Loisach. Beide haben Hochwasser, geschätzt so um die eineinhalb Meter über dem normalen Pegelstand, weil es im Süden Deutschlands und in den Alpen tagelang ergiebig geregnet hat. Ihr Wasser ist allerdings nicht klar, sondern gleicht einer trüben Brühe, weil der Regen Unmengen von Bodenpartikeln und Erde in die Flussbetten hinein geschwemmt hat. Vereinzelt treiben meterlange Baumstämme stromabwärts. Beide Flüsse sind weit über die Ufer getreten und überschwemmen einen großen Teil des Auwaldes.

Genau das haben wir gesucht für unser Fotoprojekt „Wasser - wie es die Erde formt“. Spektakuläre Bilder von einem Hochwasser für die geplante Fotoausstellung zum diesem Thema. Die Isar ist hell - milchig, grünlich-beige. Die Loisach dagegen dunkel - schlammig braun. Dort, wo sie aufeinander treffen, vermischen sie sich nicht sofort, sondern fließen zuerst noch einige 100 Meter weit nebeneinander her. Dekorative Wirbel aus dunklem Loisachwasser im hellen Isarwasser markieren die Grenze.

Die Ursachen für die unterschiedliche Farbigkeit: Die Isar fließt in einem hellen Kiesbett und transportiert hauptsächlich kalkige Gesteinspartikel. Die Loisach dagegen, ursprünglich auch ein heller Gebirgsfluss, durchquerte vor der Puppliger Au das große, teils sumpfige Kochelsee-Moor, wo sie viel Erdreich und Huminsäuren aufgenommen hat. Weil aufgrund der unterschiedlichen Sedimentfracht das Wasser der beiden Flüsse unterschiedliche Dichten aufweist, dauert es eine Zeit, bis Loisach und Isar sich endlich ganz vermischen.

An der Grenze zwischen den beiden Flusswassern bilden sich dekorative Wirbel.
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